Forschung im Comprehensive Hearing Center (CHC) Würzburg

Grundlagenforschung und klinische Hörforschung liefern dem CHC aktuellste Ergebnisse. Diese nehmen bei der Versorgung von Hörstörungen direkten Einfluss auf die Behandlungsstrategie.

Die Vernetzung mit lokalen aber auch internationalen Forschungspartnern gewährleistet den neuesten Wissensstand, der unmittelbaren Eingang in die Beratung Betroffener findet. Zur Stärkung dieses Forschungskonzeptes wird für das CHC eine eigene Stiftungsprofessur "Experimentelle Hörforschung" eingerichtet. Das Würzburger CHC-Konzept hat zu einem weltweiten Verbund von Cochlea-Implantat-Zentren geführt, die unter dem internationalen Dach des "HEARRING" www.hearring.com kooperieren.

Gemeinsam mit Partnern der Fachindustrie entwickelt das CHC patientenorientierte und praxisnahe Geräte. Das Spektrum reicht von neuen Diagnostikinstrumenten bis hin zu hochtechnischen Implantatsystemen. Die Möglichkeiten, innovative Verfahren und Geräte gezielt im klinischen Einsatz zu untersuchen, macht das CHC attraktiv für neue Kooperationspartner.

Forschungsschwerpunkte

Mittelohrbiologie

(M. Schmidt, R. Hagen)

Untersuchungen von histologischen Veränderungen und Oberflächenmerkmalen an Mittelohr-Implantaten. Immunologie und Immunhistologie von Cholesteatomen als Grundlage zur Entstehung und Unterhaltung der chronischen Otitis media. Expression von bone morphogenetic protein-2, MMP-9 und Cytokinen in Zellen von Cholesteatomen. Entwicklung beschichteter Elektrodenträger zur medikamentösen Therapie des Mittel- und Innenohres.

Biophysik des Mittelohres

(A. Bahmer, M. Cebulla, U. Geiger, F. Kraus, R. Hagen)

Laser-vibrometrische Messungen der Mittelohrmechanik an Felsenbeinen. Klinisch-experimentelle Untersuchungen mit EDV-gestützter Dokumentation von Mittelohrimplantaten und Transplantaten. Intraoperatives Monitoring zur Übertragungsfunktion aktiver Mittelohrprothesen.

Innenohrbiologie

(K. Rak, J. Völker in Zusammenarbeit mit dem Institut für klinische Neurobiologie,  M. Sendtner)

Nachweis und Funktionsbestimmung neuronaler Stammzellen im Nucleus cochlearis von Ratten. Postnatale dynamische Veränderungen im neurogenen Potenzial des Nucleus cochlearis der Ratte. Auswirkungen definierter Gen-Mutationen (z. B. TBCE-Gen) auf die Innenohrstrukturen am Beispiel der pmn/pmn-Maus. Interaktionen von neuronalen Strukturen mit Halbleitermaterialien.

Stammzellforschung des auditorischen Systems

(K. Rak)

Nachweis adulter Stammzellpopulationen im Innenohr und der zentralen Hörbahn. Tierexperimenteller Einsatz von Stammzellen zur Etablierung im geschädigten Hörsystem.

Pädaudiologische Testverfahren und universelles Neugeborenen-Hörscreening

(W. Shehata-Dieler, D. Ehrmann, R. Keim in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für vorsprachliche Entwicklung und Entwicklungsstörungen, K.Wermke)

Neuentwicklung objektiver Testverfahren zur frequenzspezischen Testung Neugeborener. Untersuchung vorsprachlicher Lautentwicklung bei Säuglingen als neues objektives Verfahren in der Pädaudiologie.

Cochlear- und Hirnstammimplatate

(W. Shehata-Dieler, A. Kurz, S. Kaulitz, A. Bahmer in Zusammenarbeit mit der Neurochir. Klinik und der Univ. Innsbruck)

Evaluation neuer Stimulationsstrategien zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit nach Implantation von Cochlea-Implantaten und auditorischen Hirnstamm-Implantaten. Entwicklung verbesserter intraoperativer Telemetrie- und Monitoring-Systeme.

Experimentelle Audiologie

(M. Cebulla, R. Keim, in Zusammenarbeit mit der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, A.Fallgatter)

Weiterentwicklung diagnostischer Methoden zur objektiven frequenzspezifischen Hörschwellenbestimmung. Objektivierung des binauralen Hörvermögens bei Normalhörenden und Hörgeschädigten.

Hörforschung

 

Elektrophysiologische Grundlagenforschung zur zentral-neuronalen Verarbeitung akustischer und elektrischer Stimulation der Hörbahn im Tiermodell. Einfluß von Ertaubung und elektrischer Stimulation auf die neuronale Verarbeitung interauraler Zeitdifferenzen.

 

PRIORITY PROGRAMME PP 1608 OF THE DFG

Ultrafast and temporally precise information processing: normal and dysfunctional hearing (PP 1608)